Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein

Wiederansiedlung von seltenen Ackerwildkräutern

Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis), Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V.; Foto: Christian Müller
Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis); Foto: Christian Müller

Der Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V. (LNV SH) unterstützt seine Mitgliedsverbände dabei, Naturschutzprojekte mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten zu entwickeln, zu beantragen und umzusetzen, um die Biodiversität im Land zu stärken und zu fördern.

Die AG Geobotanik Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. freut sich sehr über den Start ihres neuesten Projekts, das den Fokus auf die Wiederansiedlung von selten gewordenen und hochgradig gefährdeten Ackerwildkräutern legt. Einige Beispiele hierfür sind: Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis), Acker-Rittersporn (Consolida regalis ssp. regalis), Sand-Mohn (Papaver argemone) oder Acker-Ziest (Stachys arvensis).

Im Agrarreport des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) 2017 heißt es: „Die noch vorhandenen Segetalflora-Gemeinschaften sind verarmt und zeigen einen starken Rückgang spezialisierter Taxa bei relativer Zunahme oft herbizidtoleranter Generalisten unter den Ackerwildkräutern und -gräsern. Dieser dramatische Trend spiegelt die Vereinheitlichung der Anbausysteme und auch das erhöhte Nährstoffangebot der letzten Jahrzehnte wider. Akut von vollständiger Vernichtung bedroht sind Extensiv-Äcker mit vollständiger Segetalvegetation.“

Neben Pflanzen sind Äcker auch wichtige Lebensräume für Vögel des Offenlandes, z.B. für das Rebhuhn (Perdix perdix) oder die Feldlerche (Alauda arvensis), ebenso Lebensraum vieler Insektenarten, von denen z.B. der Goldlaufkäfer (Carabus auratus) oder der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia), dessen Raupen sich z.B. an Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis) entwickeln, zu den bekanntesten Arten zählen.

Um diesem verarmten Zustand im Land Schleswig-Holstein etwas entgegenzusetzen, fördert das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) das vierjährige Projekt der AG Geobotanik, das in enger Zusammenarbeit und Absprache mit dem DVL (Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.) umgesetzt wird. Ein wesentlicher Aspekt für die Erreichung der Ziele ist die Zusammenarbeit mit motivierten Bewirtschafter:innen, denn ohne sie nützt auch das ambitionierteste Projekt wenig. Auf geeigneten Flächen mit geringer Artenvielfalt soll Saatgut gefährdeter Ackerwildkräuter ausgebracht werden. Dies wirkt einer genetischen Verarmung entgegen und etabliert neue Populationen. Auf Flächen mit bereits artenreicher Segetalflora ist die Bewirtschaftung so zu optimieren, dass diese Vegetation dauerhaft erhalten und gefördert wird. Nach erfolgreicher Stabilisierung der Bestände können diese Areale als Spenderflächen dienen.

Christian Müller hat ab dem 15.06.2026 die Projektleitung des Projekts übernommen, worüber auch wir vom LNV SH uns sehr freuen! Eine ab Herbst 2026 eingestellte wissenschaftliche Hilfskraft wird ihn stundenweise bei seinen Arbeiten unterstützen.

Über den Fortlauf des Projekts werden wir in regelmäßigen Abständen hier berichten.

 

 

Beispiele für Arten, die durch dieses Projekt gefördert werden sollen:

Gefördert durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Umsetzung der Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein – Kurs Natur 2030.

LOGO MEKUN, Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V.
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